sometimes I forget that you´re a human and not a robot

Letztes Wochenende kam ich an einen Punkt, an dem ich mir selbst den Spiegel vorhalten musste. Nicht um mein neustes Outfit zu betrachten. NEIN – sondern um zu schauen was das ganze „Social Media Leben“ aus mir gemacht hat. Ihr wisst, Mode ist meine Leidenschaft. Online Shops zu durchstöbern und darauf zu warten das der Postbote klingelt. Dann verschiedene neue Looks zu kreiren, Fotos zu machen und diese dann auf Instagram oder meinem Blog zu teilen. Wann mache ich die meisten Fotos? Na kla sonntags – denn da hat man die meiste Zeit. Doch wofür steht der Sonntag eigentlich?! Der Ruhetag der Woche. Im Schlabberlook vom Bett zur Couch zu hüpfen, gemütlich frühstücken und Zeit mit meinen Liebsten zu verbringen. Was machte ich stattdessen während mein Freund und mein Hund genervt auf der Couch auf mich warteten? Ich stehe im Bad vor dem Spiegel, schminke mich und style mir die Haare und suche mir Outfits aus dem Schrank.

Ich sollte froh sein mich einmal in der Woche nicht fertig machen zu müssen. Haut und Haaren eine Pause zu gönnen. Aber ich mache es um neues zu präsentieren, um in dem Strom der tausenden Modebloggern mit zu schwimmen und nicht im Flussbett liegen zu bleiben.

Am Samstag lag mein Ankleidezimmer in Schutt und Asche. Nachdem ich versuchte alles wieder zu ordnen und alles fein säuberlich aufhing, fiel mir auf , wieviel Zeug ich in Wirklichkeit habe. Verrückt, das war mir gar nicht bewusst. Tausende Teile die noch ein Etikett trugen und noch niemals die Straße gesehen haben, außer auf dem Weg in der Einkaufstüte zu mir nach Hause.

Paradox.

Wieviel Geld wohnt wohl in „Klamottenform“ in meinem Zimmer. Keine Ahnung. Wie letztens schon erwähnt achte ich sehr auf mein Budget, damit jeder von Euch auch die Möglichkeit hat sich seine Favouriten zu leisten. Trotzdem musste das ganze Zeug mindestens einen guter Kleinwagen wert sein. Dann ging es mir schlecht. Ich gebe soviel Geld aus um mich glücklich zu machen mit Kleidungsstücken. Aber sie sprechen nicht mit mir, bringen mich nicht zum lachen und die Liebe beruht nicht auf Gegenseitigkeit. Sie sind ein Bestandteil von meinem Leben, dennoch nicht mein Leben.
Mein Leben besteht aus meiner Familie, meinen Freunden und meinem Job. Mein Happy Place. Ich bin unendlich glücklich, wenn ich mit Butsch im Wald spazieren gehen kann. Fazit : Dazu brauche ich kein spitzen Outfit.

Irgendwie ist gerade alles aus dem Ruder gelaufen und ich habe den Bezug zur Realität verloren. Es ging nur noch um die neusten Teile , Fotos zu schiessen auch wenn der jenige, der hinter der Kamera steht keine Lust dazu hatte. Mir egal. Hauptsache ich kann etwas präsentieren.

Erinnert ihr Euch noch an meinen Blogpost „Pursuit of Happiness“? Als ich diesem schrieb war ich 29 und hatte keinen Plan wohin es mit mir gehen soll. Durch eine diagnosdizierte Krankheit wurde unser Leben komplett umgeschmissen und lief aus dem Ruder. Alle klaren Linien und Zukunftspläne wurden zu nichte gemacht. Aus diesem Grund war ich ziemlich durcheinander und wusste nicht wie mein eigener Weg nun weiter gehen soll. Mitte 2015 ging es langsam wieder bergauf und das Leben normalisierte sich halbwegs, allerdings kam ich mit der Situation von Null auf 100 auch irgendwie nicht gut zurecht. So flüchtete ich mich komplett in die Instagram Welt und startete voll durch! Ich verlor mich in der virtuellen Plattform und zog mich aus dem real Life ziemlich zurück. Wenn ich dann man vor die Tür ging endete es in einer Katastrophe.

2017. Der Weg ist das Ziel. Dieses Jahr gibt es innerhalb meiner kleinen Famile den absoluten Neuanfang. Ein neuer Job und es soll ein Haus gebaut werden. Ich bin so unendlich glücklich darüber das es nun langsam wieder klare Strukturen und ein geregeltes Leben mit Zukunft gibt.

Aber warum erzähle ich Euch das hier so öffentlich? Ich musste es mir von der Seele schreiben. Es fällt mir leichter mich zu auszudrücken und meine Gedanken in Sätze zu fassen, wenn ich sie aufschreibe. Ich bin kein „Sprecher“.

Ich werde weiterhin auf Instagram und meinem Blog aktiv sein, allerdings nicht mehr so wie vorher. Denn das ist nicht mein „Real Life“. Ich will diese Plattform auf keinen Fall schlecht machen. Ich habe dadurch tolle Menschen kennen gelernt und es ist eine mega Möglichkeit in Sekunden Millionen zu erreichen. Sie hat mir letztes Jahr tolle Kooperationen eingebracht und da bin ich sehr dankbar für. Dennoch werde ich mit dem bloggen niemals mein täglich Brot vedienen. Obwohl ich oft höre, du hast potenial. Du hast schon einen Haufen geschafft und musst noch viel aktiver sein. Allerdings möchte ich nicht meinen Job und mein super Team dafür aufgeben. Dafür liebe ich es zu sehr im Salon zu stehen. Das Bloggen ist mein Hobby und Hobbies sollen Spaß machen und nicht Stress bedeuten. Wenn ich morgens Zeit habe mache ich gerne eine Story für Euch und poste ein Outfitbild, aber dafür gestresst und zu spät zur Arbeit zu kommen oder noch besser früher dafür aufstehen – NO! Das bin ich nicht und weil viele Blogger das machen , muss ich es nicht tun. Wer mich mag der bleibt trotzdem. Ich habe meine Prioritäten neu geordnet.

Ich möchte meine freie Zeit ab nun besser nutzen. Mit meiner Familie und mit meinen Freunden. Denn diese Zeit kann mir keiner aus meinem Herzen nehmen. Ich bin so unendlich dankbar, das ich sie habe und sie mich trotz all meinen Fehlern, Abstürzen und Ausrutschern in der letzten Zeit hinter mir stehen und mich lieb haben.
Ich bin keine „Starbloggerin“ und werde dies auch niemals werden. Ich bin nur ein normales Mädchen mit dem Hang zur Mode und einem kleinen Bedürfnis dieses mit anderen Menschen zu teilen.

Crystal

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Look :

Shirt : Pull&Bear

Tasche : SassyClassy

Boyfriend Jeans : Asos

Mantel  : Zaful 

Sonnenbrille : Asos

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3 Gedanken zu “sometimes I forget that you´re a human and not a robot

  1. Wow, was ein toller Post! Deine Entscheidung ist absolut nachvollziehbar! Man vergisst viel zu schnell, dass diese Social Media-Welt nicht das echte Leben ist. Keine Frage ich scrolle mich auch gerne durch Instagram und Co., und finde echt gefallen an all den schönen inszenierten Bildern. Aber dadurch lasse ich mich auch sehr schnell unter Druck setzen. Dabei soll es doch alles Spaß machen wir du so schön geschrieben hast, mit meinem Blog geht es mir genau so….Ich bemühe mich wöchentlich mindestens einen Post zu veröffentlichen, was ich aber noch human finde. Allerdings nicht wenig Arbeit, wenn mindestens ein Teil selbst genäht sein soll. Unter Druck macht es nur halb soviel Spaß!
    Der Satz: Fotos machen, auch wenn derjenige hinter der Kamera keine Lust hat, kommt mir bekannt vor.
    Und wenn man es sich vor Augen hält ist das ganz schön kacke.😕
    Vielen Dank für deine offenen Worte! Ich denke die Leute die dich und deinen Style werden immer noch vorbeischauen, auch wenn es weniger Posts geben wird…immerhin werden diese dann wertvoller den je sein, weil du wieder mehr Freude daran hast!
    Liebe Grüße
    Nessa

    Gefällt 1 Person

  2. Oh ich verstehe dich so gut! Ich habe vor einem Jahr mit Instagram angefangen und ich merke genau wie du dass „das Hobby “ langsam in totalem Stress ausartet. Es nimmt so viel Zeit in Anspruch und man übersieht dabei gerne wie genervt der Rest der Familie dabei ist:-( ich denke auch schon die ganze Zeit darüber nach wie ich das besser organisieren kann damit es auch weiterhin Spaß macht.
    Liebe Grüße Silke

    Gefällt 1 Person

  3. Das ist ein toller Post und es freut mich für dich, dass du das so klar formulieren konntest! Ich freue mich über jeden deiner Instagram Beiträge aber finde es noch toller, dass du dich vor allem um dein reales Leben kümmern möchtest! Dieser Sog der Mode, den Instagram sehr stark beeinflusst, habe ich selbst bei mir schon registriert und ich poste noch nicht einmal öffentlich! Es ist nicht das was erste Priorität haben sollte im Leben, denn wie du schon sagst: es ist ein Hobby- ich liebe Mode aber sie ist Begleiter und Hobby und nicht erster Lebensinhalt! Ich schicke dir liebe Grüße und werde dir auch mit weniger Aktivität mit Freude weiter folgen! 🤗

    Gefällt 1 Person

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